Wissen · Vertrieb & Marketing

Online-Kurs vermarkten: SEO, GEO, LinkedIn

Von Michael Lederer · Aktualisiert am

Für welches Thema soll Ihr Online-Kurs gefunden werden?

Das Ein-Thema-Prinzip bedeutet, über Monate konsequent über ein klar umrissenes Thema zu sprechen. Sie zeigen nicht alles, was Sie wissen, sondern das, womit Menschen Sie verbinden sollen. Wenn Sie einen Online-Kurs vermarkten, beginnt die Sichtbarkeit deshalb nicht beim Kursnamen, sondern bei den Fragen Ihrer Zielgruppe.

Menschen suchen nach einer konkreten Herausforderung: etwa danach, wie sie ein Kritikgespräch führen oder Mitarbeitende auf Fehler ansprechen. Ein Kursname hilft ihnen dabei zunächst wenig. Ihr Thema sollte so klar sein, dass jemand nach drei Posts sagen kann, wofür Sie stehen. Erst wenn diese Verbindung entsteht, erweitern Sie das Themenspektrum.

Diese Begrenzung kann sich eng anfühlen. Sie verhindert aber, dass sich die Aufmerksamkeit auf viele unverbundene Themen verteilt. Wiederholung ist dabei kein Mangel an Ideen: Ein klarer Schwerpunkt lässt sich durch Fragen, Fehler, Fälle und konkrete Hinweise immer wieder anders aufgreifen.

Wie versorgt ein Kerninhalt mehrere Kanäle?

Die Content-Pyramide beginnt mit einem Kerninhalt pro Monat. Das kann ein langer Artikel, ein Video, eine Podcast-Folge oder ein Live-Termin sein. Daraus entstehen mittlere Formate und kurze Beiträge. So verwenden Sie einen Gedanken mehrfach, ohne für jeden Kanal vollständig neu beginnen zu müssen.

EbeneFrequenzFormateBeispiel
KerninhaltEinmal monatlichLanger Artikel, Video, Podcast-Folge, Live-TerminKritikgespräch in fünf Schritten, 20 Minuten
Mittlere FormateViermal monatlichNewsletter, LinkedIn-Artikel, KarussellJeder Schritt als eigener Beitrag
Kurzformate8–12-mal monatlichPosts, Kurzvideos, Zitate, StoriesEin Satz, eine Frage, ein Fehler
InteraktionTäglich 15 MinutenKommentare, Nachrichten, AntwortenBei anderen kommentieren, Fragen beantworten

Die Ebenen haben unterschiedliche Aufgaben. Der Kerninhalt entwickelt ein Thema ausführlich. Ein Newsletter oder Artikel greift einen Teil heraus. Ein kurzer Post konzentriert sich auf einen Satz, eine Frage oder einen Fehler. Interaktion ergänzt das Veröffentlichen: Sie reagieren auf Menschen, statt ausschließlich eigene Inhalte auszusenden.

KI kann beim Zerlegen helfen, etwa indem aus einem Transkript zehn Post-Entwürfe entstehen. Ihre Beispiele und Ihre Stimme müssen trotzdem von Ihnen kommen. Die Wiederverwendung soll den Aufwand begrenzen, nicht den persönlichen Bezug ersetzen. Prüfen Sie deshalb, ob ein abgeleiteter Beitrag auch für sich verständlich bleibt.

Welcher Hauptkanal erreicht Ihre Zielgruppe?

Der Kanal folgt der Zielgruppe, nicht Ihrer persönlichen Vorliebe. Wählen Sie zunächst einen Hauptkanal und machen Sie ihn gut. Das Workbook empfiehlt, einen zweiten Kanal erst nach sechs Monaten hinzuzunehmen – oder gar nicht. Sichtbarkeit auf mehreren Plattformen ist kein Selbstzweck, wenn die regelmäßige Arbeit an einem passenden Kanal bereits trägt.

KanalPassende SchwerpunkteGeeignete Nutzung
LinkedInB2B, Führung, Beratung, Fachthemen; Entscheider und HRPersönliches Profil, Textposts, Dokumente und Karussells, Videos; bei anderen kommentieren
InstagramB2C, Gesundheit, Lifestyle, Handwerk, KreativesReels für Reichweite, Karussells für speicherbares Wissen, Stories für Nähe und Alltag, Link in Bio zum Lead-Magnet

Auf LinkedIn stellt das Workbook das persönliche Profil vor die Firmenseite. Kommentieren bei anderen gehört zur Sichtbarkeit dazu. Auf Instagram unterscheiden sich die Aufgaben der Formate: Kurzvideos unterstützen Reichweite, Karussells sammeln Wissen zum Speichern und Stories zeigen Nähe sowie Alltag. Der Link zum Lead-Magnet führt Interessierte zum nächsten Kontakt.

Dieser nächste Kontakt ist wichtig, weil nicht jeder Post direkt einen Kurs verkaufen muss. Die Verbindung von Social Media und E-Mail vertieft der Artikel E-Mail-Automation und Funnel für Kurse. Dort wird aus einer Eintragung eine Folge von Nachrichten, die Vertrauen aufbaut und ein passendes Angebot vorstellt.

Wie erzählen Sie Geschichten glaubwürdig?

Eine einfache Erzählstruktur besteht aus Situation, Konflikt, Wendung und Ergebnis. Diese vier Teile passen in einen Post ebenso wie in eine E-Mail. Sie geben einer Erfahrung eine nachvollziehbare Bewegung: Was war los, woran scheiterte es, was änderte sich und was kam dabei heraus?

Kundengeschichten folgen häufig einem Vorher-nachher-Muster. Erzählen Sie konkret statt allgemein und verwenden Sie reale Fälle nur mit Einwilligung oder anonymisiert. Ihre eigene Geschichte beantwortet, warum Sie tun, was Sie tun. Einmal gut erzählt, lässt sie sich wiederholt verwenden, ohne jedes Mal eine neue Herkunftsgeschichte zu erfinden.

Auch Fehlergeschichten und Beobachtungen aus dem Alltag eignen sich. Ein eigener Fehler kann nahbar und glaubwürdig machen. Eine Situation aus einem Seminar kann zeigen, worüber Menschen tatsächlich nachdenken. Die Grenze bleibt eindeutig: keine erfundenen Geschichten als echte Erfahrungen ausgeben. Fiktive Beispiele müssen als solche gekennzeichnet werden.

Kundenstimmen können solche Geschichten ergänzen, brauchen aber ebenfalls eine Erlaubnis zur Verwendung. Fragen Sie nicht nur nach allgemeinem Lob, sondern nach der Veränderung: Was war vorher, was ist nachher anders und wem würden die Teilnehmenden den Kurs empfehlen? So bleibt die Aussage konkret und nachvollziehbar.

Wie werden Sie über SEO und GEO gefunden?

SEO ist Suchmaschinenoptimierung: Artikel beantworten eine konkrete Frage vollständig. GEO steht für Generative Engine Optimization und betrifft die Auffindbarkeit als Quelle für KI-Assistenten. Beide Ansätze setzen im Workbook auf klare, glaubwürdige und eindeutig zuzuordnende Inhalte statt auf möglichst viele unverbundene Veröffentlichungen.

Für SEO gilt: eine Seite pro Frage. Nutzen Sie klare Überschriften, eigene Erfahrung und Quellen; achten Sie außerdem auf schnelle Ladezeiten. Als Ausgangspunkt eignen sich zehn Fragen aus Ihren Zielgruppeninterviews, aus denen zehn Artikel entstehen können. So bleibt die Themenplanung nah an dem, was Interessierte tatsächlich wissen möchten.

Für GEO nennt das Workbook präzise Antworten am Anfang eines Abschnitts, FAQ-Bereiche, nachvollziehbare Autorenschaft und strukturierte Daten auf der Website. Hinzu kommen Erwähnungen auf anderen seriösen Seiten. Diese Elemente machen verständlich, welche Frage ein Inhalt beantwortet und von wem er stammt.

  • Google Search Console nutzen.
  • Suchvorschläge und „Ähnliche Fragen“ als Hinweise auf konkrete Fragen betrachten.
  • Google-Unternehmensprofil und LinkedIn-Profil vollständig halten.
  • Überall einen einheitlichen Namen verwenden.

SEO und GEO wirken langsam, können aber dauerhaft Besuche bringen. Ein guter Artikel bleibt über Jahre nutzbar. Das unterscheidet diesen Ansatz von einem einzelnen Post, dessen Sichtbarkeit an einen Veröffentlichungsmoment gebunden ist. Für den Aufbau lohnt sich deshalb die vollständige Antwort auf eine konkrete Frage mehr als ein breites Thema ohne klaren Nutzen.

Wie ergänzen Kooperationen und Empfehlungen Ihre Reichweite?

YouTube funktioniert als Suchmaschine für Videos. Das Workbook empfiehlt Antworten auf konkrete Fragen mit einer Länge von acht bis 15 Minuten. Ein eigener Podcast ist eher ab dem zweiten Jahr vorgesehen. Gastauftritte in vorhandenen Podcasts ermöglichen dagegen schon vorher Zugang zu einer bestehenden Hörerschaft.

Kooperationen können als Gastbeitrag, gemeinsamer Live-Termin, Bundle mit einem ergänzenden Kurs oder Empfehlungspartnerschaft entstehen. Verbände und Kammern bieten mit ihren Fortbildungsprogrammen einen weiteren Zugang zur Zielgruppe. Ob Ihr Kurs als anerkannte Fortbildung aufgenommen werden kann, ist mit der jeweiligen Stelle zu klären.

Empfehlungen werden leichter, wenn Sie im richtigen Moment fragen: direkt nach einem Erfolgserlebnis, nach dem Abschluss oder nach einem guten Live-Termin. Ein Link, ein fertiger Text zum Weiterleiten und ein kleiner Dank für beide Seiten verringern den Aufwand. Im B2B-Bereich kann eine zufriedene Teilnehmerin den Kontakt zur Personalabteilung herstellen.

Das Workbook beschreibt als mögliches Stufenmodell einen Gutschein je kaufender Empfehlung, ein Einzelgespräch ab drei Empfehlungen und einen Lehrgangsplatz ab fünf. Solche Programme müssen als Werbung kenntlich gemacht und steuerlich geprüft werden. Ein Affiliate-Programm mit Provision kann über die Plattform umgesetzt werden.

Wie stärken Community und Kundenstimmen Ihren Kurs?

Eine Community ist ein Ort für Austausch mit Gleichgesinnten. Menschen können länger bleiben, mehr lernen und eher empfehlen, wenn sie nicht allein lernen. Im Workbook ist das LMS mit Kommentaren, Gruppen oder Foren die bevorzugte Lösung, weil alles an einem Ort bleibt. Alternativ kommt eine eigene Community-Plattform infrage.

Messenger-Gruppen sind eher nicht vorgesehen: Sie können unübersichtlich und datenschutzrechtlich heikel sein. Lebendig wird der Austausch durch eine feste wöchentliche Frage, einen monatlichen Live-Termin, das Feiern von Erfolgen und Ihre eigene sichtbare Beteiligung. Klare Regeln sollten freundlich durchgesetzt werden. Aktivität zählt dabei mehr als eine große Zahl stiller Mitglieder.

Eine Community kann auch selbst zum Produkt werden: als Mitgliedschaft mit monatlichem Live-Call, neuen Inhalten und Austausch. Wiederkehrender Umsatz ist dann mit einer fortlaufenden Leistung verbunden. Das ist eine andere Aufgabe als der einmalige Verkauf von Kurszugang.

Zeitpunkt für KundenstimmenFrage oder Format
Nach dem Quick WinWie war Ihr erster Schritt? Kurze, spontane Rückmeldung
Nach dem AbschlussFeedbackbogen: vorher, nachher, für wen empfehlenswert?
Nach 30–90 TagenWas hat sich verändert? Ergebnisse sichtbar machen
Nach einem Live-TerminEin Satz im Chat, mit Erlaubnis verwenden

Wann sind Werbung und B2B-Vertrieb sinnvoll?

Bezahlte Werbung ist ein Verstärker, kein Ersatz für einen funktionierenden Verkauf. Starten Sie erst, wenn Ihr Funnel getestet ist, Sie Ihre Kennzahlen kennen und wissen, was ein Kontakt wert ist. Das Workbook empfiehlt Werbung für den Lead-Magnet statt direkt für den Kurs: mit fünf bis 20 € pro Tag, zwei bis drei Varianten und einem Test über zwei Wochen. Legen Sie nur ein Budget fest, das Sie verlieren könnten.

Als Rechenbeispiel nennt das Workbook vier € pro Kontakt und eine Kaufquote von drei Prozent: Daraus entstehen ungefähr 133 € Werbekosten pro Verkauf. Das Beispiel stellt einem Kurspreis von 297 € einen Preis von 97 € gegenüber. Prüfen Sie Ihren eigenen Zusammenhang von Kontaktkosten, Kaufquote und Preis. LinkedIn wird für B2B, Meta für B2C und Google für Suchanfragen mit Kaufabsicht eingeordnet.

Unternehmen kaufen planbarer, größer und langsamer. An Entscheidungen sind Fachabteilung, HR, Budgetverantwortliche und manchmal Betriebsrat sowie Einkauf beteiligt. Benötigt werden Lernziele, Ablauf, Referenzen, Datenschutzinformationen und ein Angebot mit Rechnung. Eine bezahlte Pilotgruppe senkt das Risiko. Lizenzen sind pro Kopf, pro Kohorte oder als Jahreslizenz möglich, im Firmen-LMS oder in Ihrem System.

KennzahlWas sie zeigt
Neue Kontakte pro MonatSichtbarkeit
ListengrößeEigene Reichweite
Kaufquote der ListeAngebot und Vertrauen
Monatlicher UmsatzGeschäftsentwicklung
Abschlussquote im KursWirkung
Auslastung von Präsenz- und Live-TerminenWirtschaftlichkeit je Termin
No-Show-QuoteVerbindlichkeit
WeiterempfehlungenZufriedenheit

Für Firmenberichte eignen sich Teilnahme, Abschluss und Feedback. Allgemeine Zielwerte sollten Sie aus Ihrer Ausgangslage ableiten, nicht aus einer fremden Beispielrechnung. Wie Ihr Angebot in eine konkrete Verkaufsphase übergeht, erläutert der Artikel Online-Kurs launchen.

Wenn Sie es nicht allein machen möchten

Ihre Akademie beginnt mit einem Gespräch.

Erstgespräch vereinbaren